
Kronen Zeitung
NUN WARTET DAS DERBY
Rapids Neuer: „Ich kannte nicht einmal alle Namen“
„Ich erfuhr drei Stunden vor Anpfiff, dass ich in der Startelf stehe, kannte noch nicht einmal alle Mitspieler beim Namen“, sagte Andreas Weimann nach Rapids 1:1 gegen Hartberg. „Wir waren besser und sind enttäuscht!“
Rapid steckt weiterhin in der Krise. Nach dem Heim-1:1 am Samstag gegen Hartberg warten die Hütteldorfer seit elf Bewerbspartien und damit so lange wie noch nie seit Gründung der Bundesliga 1974 auf einen Sieg. Aus den vergangenen sechs Ligamatches wurden nur drei Punkte geholt, aus den jüngsten neun Pflichtspielen vor Heimpublikum schauten gerade einmal vier Punkte heraus. Und nun wartet das Derby bei der Austria, die mit einem 2:0 in Salzburg Selbstvertrauen tankte.
Trainer Johannes Hoff Thorup zeigte sich mit Blick auf das Duell mit dem Stadtrivalen am Sonntag in Wien-Favoriten trotzdem optimistisch. „Wir werden uns gut auf das Derby vorbereiten und wissen, wie wichtig es für den Verein ist“, erklärte der Däne. Zuversicht schöpft Hoff Thorup vor allem aus der Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte. „Da waren wir besser im Flow, haben schneller gespielt und auch keine Chancen zugelassen.“
Dass es nicht zu einem erlösenden Sieg reichte, lag unter anderem an der einen oder anderen vergebenen Chance und an etwas Pech. Beim Tor der Hartberger sprang der Schuss von Marco Hoffmann via Stange und Rücken von Tormann Niklas Hedl ins Tor, der vermeintliche Ausgleich wurde wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung von Matthias Seidl aberkannt. „Um die Situation zu drehen, brauchen wir auch ein bisschen Glück, und das hatten wir nicht“, meinte Hoff Thorup.
Hoff Thorup mit Weimann-Debüt zufrieden
Der 36-Jährige setzte gegen Hartberg von Beginn an auf Andreas Weimann, obwohl der Stürmer erst am Donnerstag verpflichtet wurde und bisher nur ein Training mit Rapid absolvierte. Mit der Leistung des 26-fachen Internationalen war Hoff Thorup zufrieden. „Er hat clever gespielt und uns viel davon gegeben, was wir von ihm erhoffen.“ Weimann erfuhr erst drei Stunden vor Anpfiff von seinem Startelf-Einsatz. Der Wiener und Ex-Rapid-Nachwuchskicker fand zwei Chancen vor, die jedoch von Hartberg-Goalie Tom Hülsmann zunichtegemacht wurden.
„Ein Tor wäre schön gewesen. Jetzt hoffe ich, dass ich in den nächsten Spielen helfen kann“, sagte Weimann. Treffer des ehemaligen England-Legionärs könnte Rapid gut gebrauchen, schließlich steht ein harter Kampf um einen Platz in der Meistergruppe bevor. Diesbezüglich befindet sich Hartberg mit einem Punkt Vorsprung auf die Hütteldorfer in einer etwas besseren Position. „Wir haben das Minimalziel erreicht, Rapid auf Distanz zu halten“, resümierte TSV-Coach Manfred Schmid.
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